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Ausgabe 2
 

vom 11.10.2006:


Der natur-reich-Brief


"In der Natur gibt es keine Armut. Armut hat der Mensch erfunden."



Inhalt:

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1.     Zerplatzte Träume
2.     Realitäten
3.     Musterdepot
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1. Zerplatzte Träume
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Liebe Leser,

In der letzten Ausgabe schrieb ich unter anderem über Lottospielen. Es ist schon interessant dass ausgerechnet wenige Wochen danach, der Jackpott so voll war wie nie zuvor und viele Leute im Lottofieber waren. - Viele Leute mit viel Hoffnung. Hinterher fast ebenso viele Leute mit viel Enttäuschung - aber weniger Geld in der Tasche.
Vorher arm, hinterher ärmer.


Sie werden sterben. Ja, Sie.

Ich meine es ernst. Du wirst sterben. Auch ich.
 
Unser Tod ist Gewissheit, alle anderen Dinge, die wir in unserer Zukunft sehen, sind ungewiss.
Ein Blick auf die Gewissheit, die Wirklichkeit, kann sehr ernüchternd sein. Sie zu betrachten kann uns aus unseren Träumen herausreißen, den Blick schärfen.

Ganz ehrlich: Zu denken oder zu hoffen den Lottojackpot zu knacken, ist Träumerei.
Indem man von Reichtum träumt, wird man nicht reich. Machen wir uns doch nichts vor. Otto-Normal-Bürger wie ich und Du - wir werden nie groß im Lotto gewinnen. Genauso gut könnten wir daran glauben vom Blitz getroffen zu werden und dabei die Erleuchtung zu erhalten. Das ist schließlich etwa genauso wahrscheinlich.

Träume sind gewiss nichts schlechtes, und sich einen Traum zu erfüllen ist gewiss ein wunderbarer Moment. Aber vom Träumen allein wird man nicht reich. Im Gegenteil. Viele Träumer sind an ihren Träumen zugrunde gegangen, ganz einfach weil sie bei all der Träumerei von der schönen Zukunft die Realität völlig aus den Augen verloren haben.

Der Realität ins Auge zu schauen - ich denke dass dies heute vielleicht wichtiger denn je ist. Für mich sieht es so aus als wenn ziemlich viele Menschen träumen. Vielleicht leben wir sogar in einer Gesellschaft aus Träumern. Seien es nun die unzähligen Jugendlichen und Erwachsenen, die ihr Handy für einen Hund halten - so wie sie es ständig betätscheln, die Politiker - die glauben Deutschland nach vorn zu bringen, oder die Leute vor der Glotze - die denken dass Fernsehen bildet. Oder gar der Typ der diesen Newsletter hier schreibt in der Hoffnung den würde irgendwer lesen und brauchbar finden. - Eine Gesellschaft von Träumern.


Vielleicht erfüllen sich Wunschträume die man hat. Aber vielleicht erfüllen sie sich leichter, wenn sie nicht so weit von der Realität entfernt sind. 35 Millionen im Lotto zu gewinnen erscheint mir seeeehr weit entfernt.




2. Realitäten
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Schluss also erstmal mit der Träumerei vom Reichtum.
Werfen wir mal einen Blich in die weltweite Realität:

- Der immer noch hohe Ölpreis
- Energiepreise allgemein
- Inflation: Dollar und Euro
- Schuldenberge
- Arbeitslosigkeit/Einkommen




Ölpreis:

Gut, der ist in den letzten Wochen gefallen, aber steht immer noch dreimal so hoch wie vor wenigen Jahren.
Machen wir die Augen auf, und hören auf zu träumen, schauen wir die Realität an:

Der Ölverbrauch der Welt war nie so groß wie heute. Die Ölreserven im Boden waren nie so niedrig. China, eines der Länder mit dem größten Wirtschafts- und Automobilwachstum weltweit, verbraucht heute schon mehr Öl als alle anderen Nationen, mit Ausnahme der USA. Und der Verbrauch Chinas sowie anderer Staaten Asiens (z.B. Indien) wächst in enormen Ausmaß weiter. Zuletzt mit 17% jährlich.
Währenddessen steigt die Ölförderung nur langsam, teils geht sie sogar zurück, weil bereits viele Ölfelder zur Neige gehen. Die OPEC arbeitet heute am Fördermaximum. In den Nicht-OPEC-Ländern ist die Förderung bereits meist rückläufig.

Ich hörte oder las oft, dass die hohen Ölpreise nur aus Spekulation bestehen sollen bzw. bestanden haben. Das ist so ziemlich der größte Blödsinn den man den Menschen erzählen kann. Damit suggeriert man uns, dass die Preise bald wieder, oder bald weiter fallen werden, was meines Erachtens ziemlich unwahrscheinlich ist. Ich denke während des massiven Ölpreisverfalls der letzten Wochen sind die Spekulanten so gut wie alle ausgestiegen. Und dennoch steht der Preis für ein Fass Rohöl bei knapp 60 Dollar. Vor wenigen Jahren waren es unter 30 Dollar.

Angebot und Nachfrage regeln einen Markt. Die Nachfrage nach Öl steigt seit Jahren. Das Angebot stagniert. Punkt. Das ist alles was man wissen braucht, um den Anstieg der Ölpreise zu verstehen.

Das ist die Realität.
Hören wir auf zu träumen, dass Öl und Benzin so billig wie vor drei Jahren werden. Solange es keine Weltwirtschaftskrise gibt, werden Öl, Benzin, Diesel weiter teurer werden.
Ich für meinen Teil rechne jedenfalls damit.





Inflation:

Schätzen Sie mal: Wie viel Kaufkraft hat der Dollar seit der Gründung der amerikanischen Zentralbank (FED) im Jahr 1913 verloren?

Es sind über 95%. Das bedeutet, dass etwas, dass heute für einen Dollar zu haben ist, vor weniger als hundert Jahren gerade mal knapp 5 Cent gekostet hat.

Laut offizieller Statistik der EZB (europäische Zentralbank) liegt die Inflation in "Euroland" bei etwa 2,5 %. Diese offizielle Statistik ist (wie alle Statistiken) sehr fragwürdig, um es milde auszudrücken.
Ich frage Sie: Würden Sie eine jährliche Preissteigerung von etwa 2% groß merken? Und wie sind die Preise und Lebenshaltungskosten wirklich gestiegen, wie viel haben Sie heute in der Brieftasche übrig?

Die Euro-Geldmenge (M3) wächst mit aktuell über 8 Prozent (laut EZB). Über 8 Prozent - jährlich!
Das heißt, es gibt heute über 8% mehr Papier- und Digital-Euros als voriges Jahr. Nächstes Jahr wird es bei gleicher Geschwindigkeit schon etwa 17 % mehr Euros geben als voriges Jahr.
Wir müssen annehmen, dass es heute schon knapp 40% mehr Euros gibt als noch vor vier Jahren. Was dies für die Inflation bedeutet können Sie selbst erahnen. Bei zwei Komma und ein bisschen liegt sie sicher nicht, wie uns der statistische Warenkorb vorgaukeln will.

Nicht umsonst steigen z.B. die Rohstoffpreise seit Jahren rapide an. Dies liegt auch an der hohen Nachfrage, aber nicht nur. Das viele Geld, die Geldmenge, schafft sich Luft, es muss irgendwo hin. Und da es scheinbar nicht in meiner oder Ihrer Tasche gelandet ist (wenn doch haben Sie Glück gehabt), wirkt es sich wo anders aus. Und je höher die Inflation, desto mehr steigen reale Dinge (wie Rohstoffe) im Preis.

Machen wir die Augen auf und hören auf zu träumen:

Die Preise, vor allem auch für Energie, steigen massiv. Und sie werden weiter steigen. Die Inflation nagt seit hundert Jahren an unserem Geld, und sie wird nicht von heute auf morgen aufhören.
Die Einkommen hingegen steigen heute bei uns nicht oder nur gering.
In der Konsequenz bedeutet dies: Wir haben und werden immer weniger Geld in der Tasche übrig haben.





Schuldenberge:

Deutschland in der heutigen Staatsform besteht seit 1949. Das sind knapp 60 Jahre. In dieser Zeit haben es unsere Politiker geschafft über 1,5 Billionen Euro Schulden zu machen.
Ich möchte Ihnen diese Zahl mal erläutern. Diese Zahl ist so groß, dass viele Politiker (die diese Zahl erschufen) nicht wissen, wie viele Nullen sie hat. Gefragt, meinten manche dieser "schlauen" Leute (die unseren Staat lenken), sie hat acht Nullen. Herr Rexrodt meinte "eine Billion hat immer neun Nullen". Ein SPD-Abgeordneter auf die Frage nach der Anzahl der Nullen:
"Das weiß ich nicht - das ist mir zu viel. Das ist mir zu intelligent!" Alle Achtung die Damen und Herren!!!
(das Interview ist nachzulesen, z.B. unter http://www.initiative.cc/Artikel/2003_11_27%20Deutschland.htm)

Eine Billion hat zwölf Nullen.
Eine Billion, das sind eine Million mal eine Million.
Um die deutschen Schulden in Höhe von 1,5 Billionen Euro abzubezahlen, müssten wir 1,5 Millionen mal je eine Million zahlen.

Man sollte der Realität ins Auge blicken. Hören wir auf zu träumen. Die Realität ist, dass dieser Schuldenberg niemals bezahlt werden kann. Wer etwas anderes behauptet, sagt schlichtweg die Unwahrheit, auch wenn er es selbst vielleicht für möglich hält. Es ist dann nämlich schon fraglich wo überhaupt das Geld für die Schuldenrückzahlung herkommen soll.

Was aber (noch) bezahlt werden kann sind die Zinsen dieser Schulden. Selbst bei einem angenommenen (niedrigen) Kredit-Zinssatz von 5%, sind dies 75 Mrd. Euro im Jahr. Heute wird jeder siebte Steuer-Euro nur zur Bezahlung von Zinsen benutzt.
Und diese Zinslast steigt zusammen mit dem Schuldenberg. Jedes Jahr immer schneller, immer weiter!

Ich sehe es Ihnen nach wenn Sie mich als Pessimisten oder Miesmacher sehen.
Aber ich kann nur raten aufhören zu träumen:

Was hier nicht nur droht, sondern bereits im Gange ist, ist der Staatsbankrott.
Die Wahrheit ist, dass wenn Deutschland ein Unternehmen wäre, es keine Institution gäbe, die diesem Unternehmen noch einen Kredit geben würde. Als Unternehmen hätte Deutschland schon vor Jahren Insolvenz anmelden müssen.
Und da hilft es auch nicht, wenn erst kürzlich regelrecht gefeiert wird über die geringere deutsche Neuverschuldung und die höheren Steuereinnahmen. Es spielt kaum eine Rolle ob die Kreditaufnahmen des Staates nun 40 oder 20 Mrd. Euro in einem Halbjahr betragen. Was bleibt ist der Schuldenberg, der wächst, und wächst, und wächst. Und damit die Zinslasten.

Werfen wir einen kurzen Blick in die USA. Dort liegt die Staatsverschuldung bei etwa 8,5 Billionen. Das selbe Bild in Grün(-en Dollars).

Ich möchte noch einmal sagen: Eine Rückzahlung der Schulden erscheint nicht nur mir vollkommen unmöglich.
Eine gängige Praxis in einer solchen massiven Verschuldungssituation eines Staates wäre eine ordentliche Inflation. Kurz: Geld drucken, und zwar wirklich viel davon. Mit dem neu gedruckten Geld könnte man die Schulden bezahlen - was allerdings einen massiven Verfall der Währung bedeuten würde.
Aber Uuups...!
Diese Möglichkeit hat Deutschland nicht mehr!
Wir haben ja die Souveränität über unsere Währung (D-Mark) schon vor Jahren abgegeben, wir hängen im Euro drin, und können nicht mal mehr bestimmen ob wir Geld drucken wollen oder nicht.





Arbeitslosigkeit / Einkommen:

Da brauche ich denke ich nicht viel erzählen. Sie sollten selbst wissen wie stark oder besser gesagt schwach die Löhne in den letzten Jahren gestiegen sind. Die Arbeitslosigkeit jedoch greift massiv um sich.
Hierzu nur noch soviel: Den offiziellen Statistiken der Arbeitslosigkeit zu glauben ist - mal wieder - Träumerei. In der Realität wird mit einer immer größeren Menge an Tricks die offizielle Zahl Arbeitsloser nach unten manipuliert.
Um nur einige zu nennen:
Ein Arbeitsloser, der krank geschrieben ist, fällt durch die Statistik. Denn wer krank ist kann ja nicht arbeiten, also zählt er nur noch als arbeitssuchend, nicht mehr als arbeitslos.
Alle Beschäftigten im boomenden Ein-Euro-Job Programm zählen nicht als arbeitslos.
In der neuen Winterbauregelung werden meines Wissens die Bauarbeiter über die Schlechtwetterphase mehr oder weniger beurlaubt. Sie haben zwar monatelang keine Arbeit, zählen aber nur als pausierend, nicht als arbeitslos.
Ich schenke den offiziellen Arbeitslosenzahlen keine Beachtung mehr. Da ist mehr Lug drin als Wahrheit und es ist eine Vorführung vorm Volk.



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Zusammenfassung


Wenn man der Realität ins Auge blickt, so befinden wir uns heute in einer sehr ernsten Lage. Und der Ausblick für die Zukunft ist wirklich nicht gut.
Sicherlich kann man die Zukunft nicht vorhersagen, aber es ist Augenwischerei die heutigen Probleme als harmlos oder gut lösbar zu bezeichnen.

Fakt ist, sowohl die Bundesrepublik als auch die USA und viele andere westliche Staaten sind hoffnungslos überschuldet. Es wird daher massiv an Sozialleistungen gespart und die Steuern werden erhöht.
Dieses Ausplündern der Bürger führt zu immer mehr Armut, immer weniger Kaufkraft. Ohne Kaufkraft, ohne Konsum, bekommen die Unternehmen massive Probleme. Sie sparen an den Löhnen, entlassen Arbeiter oder machen dicht.
Dies ist die Situation seit Jahren.

Wie löst man ein solches Problem?
Wenn es überall an Geld fehlt, erschafft man welches! Auch wenn Deutschland dies nicht mehr kann, aber andere überschuldete Staaten können es. Durch die massiven Zinssenkungen in Europa und der USA zwischen 2001 und 2004 wurde dies erreicht.
Die durch die niedrigen Zinsen ausgelöste höhere Nachfrage nach Krediten führte zu mehr Geld im Umlauf. Mehr Geld im Umlauf bedeutet: Mehr Kaufkraft, mehr Investitionen, die Wirtschaft kommt wieder in Fahrt. Das ist der Grund, warum bis jetzt noch keine massive Rezession eingesetzt hat.

Jedoch:
Leider kam die Wirtschaft weit weniger in Fahrt als es die Politiker und Zentralbanker erhofft hatten. Da es billiger ist in China zu produzieren als in Deutschland oder Amerika, investierten die großen Unternehmen das neue Geld lieber in Asien. Da viele Produkte aus China billiger sind als heimische, wanderte auch das Geld aus dem Konsum nach Asien. Das Ergebnis ist, das es bei uns kaum neu geschaffene Stellen gibt, China aber erlebt einen Wirtschaftsaufschwung der schon fast nur noch als Wahnsinn zu beschreiben ist.
Das neu erzeugte Geld konnte unsere Wirtschaft also nicht wirklich ankurbeln, es hat lediglich verhindert dass sie zusammenbricht.

Das enorme Wirtschaftswachstum Chinas jedoch führt zu gewaltigen Nachfragesteigerungen nach Energie und Rohstoffen. Das Ergebnis sind steigende Preise (z.B. Öl).

Und die steigenden Preise bekommen nun auch wir zu spüren.
Vielleicht haben Sie auch schon von der Blase gehört, in der sich -glaubt man einigen "Experten"- die Rohstoffe heute befinden. Glauben sie nicht alles. Die Blase befindet sich nicht am Rohstoffmarkt, sie befindet sich in der stark wachsenden Geldmenge. Es ist eine Inflationsblase.

Das erkennen nun auch die Zentralbanken und haben begonnen die Zinsen allmählich anzuheben.
Zinssteigerungen waren nie besonders gut für die Wirtschaft, und so droht der ohnehin schwachen Wirtschaft in vielen westlichen Ländern eine massive Rezession, während für die dann höheren Kreditzinsen des Staates noch mehr Geld aufgebracht werden muss...


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Ausblick:

Hören wir auf zu träumen. Dies ist nicht die Zeit um unsere Augen zu verschließen.

Es droht eine schwere Wirtschaftskrise, ein Staatsbankrott, Millionen Arbeitslose (oh, die haben wir sogar schon).

Die jetzigen Zinserhöhungen könnten zu einer massiven Abkühlung der Wirtschaft führen. In einem Umfeld mit bereits vorhandener hoher Arbeitslosigkeit und riesigen Verbindlichkeiten des Staates, könnte dies die völlige Verarmung breiter Bevölkerungsschichten bedeuten.
Um einen Zusammenbruch der Wirtschaft und des Staates zu verhindern, kann eigentlich nur weiter inflationiert werden. Die Schulden werden durch immer neues Geld bedient. Es entsteht eine Hyperinflation. Aber Deutschland hat allein nicht mehr die Möglichkeit dazu, nur die EZB.
Also kann Deutschland die Schulkreditzinsen nur noch über höhere Steuern bedienen ? was die Regierung Merkel ja auch macht.. . Armes deutsches Volk. Ein Teufelskreis aus Schulden - Steuererhöhungen - Insolvenzen - Verarmung.


Ich bin nur ein einfacher Mensch, der gelernt hat nicht alles zu Glauben.
Vielleicht habe ich auch Unrecht und die Arbeitslosigkeit wird wieder sinken, die Wirtschaft boomen, die Staatsschulden einfach verschwinden, die Steuern sinken und wir werden alle in saus und braus leben.
Zumindest mein gesunder Menschenverstand sagt mir aber, dass dies eher unwahrscheinlich ist.
Wenn ich meine Augen aufmache, und in die Welt sehe, sehe ich heute Verzweiflungstaten des Staates seinen Untergang zu verhindern. Und ich sehe die Verzweiflungstaten der Zentralbanken, das weltweite Währungssystem vor dem Untergang zu bewahren.


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Konsequenz:

Wirtschafts- und Finanzkrisen hat es in der Geschichte der Menschheit immer wieder gegeben. Es ist Utopie anzunehmen, dass heutzutage in unserer modernen Wirtschaft keine Krisen mehr zugelassen werden. Es ist erst wenige Jahre her, als Russland und Argentinien in einer schlimmen Finanz- und Wirtschaftskrise steckten. In deren Verlauf verarmten breite Bevölkerungsschichten, Ersparnisse verfielen oder der Verfall des Geldes fraß diese auf. In beiden Ländern hat man ein solches Szenario noch wenige Jahre zuvor für unmöglich gehalten, weshalb die einfachen Leute nicht vorgesorgt hatten.

In Krisenzeiten waren meistens Edelmetalle eine gute Absicherung. Besonders als Schutz vor Inflation hat sich Gold als sinnvoll erwiesen. Meines Erachtens kann es nicht schaden einen Teil der Ersparnisse (sofern vorhanden) in Edelmetalle anzulegen.

Hauptsächlich aus diesem Grunde kaufte ich in der vorherigen Ausgabe dieses Newsletters für mein Musterdepot physisches Silber.




3. Musterdepot
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Zur Erläuterung der Position 10 Unzen Silber Maple Leaf:

Dies ist eine extrem langfristige Position, und ich werde sie in dem Musterdepot vorrausichtlich mit einem Anlagehorizont von mehreren Jahren halten.

Der Hauptgrund für diesen Kauf ist die Sicherung meines Depots vor Inflation und Krisen.

Es gibt eine alte Investmentregel, die sagt: "Ein Drittel Gold, ein Drittel Bargeld, ein Drittel Aktien". Mit dieser Mischung hätte man über die Jahrzehnte sicher nicht ganz schlecht abgeschnitten. Da mein Musterdepot nur mit 100,- Euro startete (weil es von einem armen Durchschnittsbürger stammt), gehe ich kein Risiko ein und setze zunächst fast die vollen 100,- Euro auf Sicherheit. Ich ersetze das Gold in dieser alten Investmentregel allerdings durch Silber.
Das hat mehrere Gründe:
Silber ist ein Industriemetall. Für Gold gibt es weit weniger technische Anwendungen, weshalb es fast nur zu Anlagezwecken und Schmuck verarbeitet wird. Die jährliche Silberförderung hingegen wird zu über 50% allein von der Elektrotechnik und der Fotoindustrie verbraucht. Gold ist relativ nutzlos für unsere heutige Welt, Silber hingegen eigentlich unverzichtbar.
Weil Silber sowohl Edel- als auch ein Industriemetall ist, kann es nicht nur zur Absicherung vor Krisen dienen. Wenn die Weltwirtschaft weiter boomen sollte, besonders Asien, so kann Silber genauso im Preis steigen, weil die Industrie es nachfragt.
Goldbesitz war auch in Krisenzeiten des öfteren verboten. Das ein Verbot mal wieder kommt ist zwar auch bei Silber nicht auszuschließen, jedoch ist es bei Silber sehr viel unwahrscheinlicher, da Silber als Industriemetall gilt und auch benötigt wird.

Ein weiterer Grund für die Entscheidung für Silber statt Gold ist die Größe des Marktes. Der Silbermarkt ist klein. Sehr klein. Die gesamte jährliche Minenproduktion, ca. 650 Millionen Unzen (eine Unze sind etwa 31 Gramm), ist beim heutigen Preis theoretisch gerade mal knapp 8 Milliarden Dollar wert.
Im Vergleich: Die jährliche Goldproduktion von ca. 80 Millionen Unzen ist ca. 46 Milliarden Dollar wert.
Vergleich dazu:
Die Staats-Schulden der USA betragen etwa 8.550 Milliarden Dollar - 8,5 Billionen!


Wenn man sich diese Dimensionen einmal vor Augen hält, erkennt man auch, dass die Edelmetalle heute keineswegs zu teuer sind - wie dies von vielen Banken und Analysten behauptet wird.
Ja, der Preis für Silber hat sich in den letzten Jahren mehr als verdoppelt. Na und? Die Preise für Erdöl, Kupfer, Nickel, Zink, Stahl usw. haben sich auch mindestens verdoppelt. Warum sollten sie nicht noch viel weiter steigen? Wenn die Nachfrage groß genug ist, können sie sich auch gut verzehnfachen.

Der Silberpreis liegt heute etwa bei 11,20 Dollar pro Unze.
Da die Produktionskosten für eine Unze Silber mittlerweile im Bereich von mindestens 6 Dollar liegen, sollte die Position Silber meines Depots kaum mehr als 45% Verlustrisiko haben. Selbst wenn es eine schlimme Deflation gäbe, würde der Preis einer Münze niemals unter den aufgedruckten Nennwert von 5 Can.Dollar fallen. Ich denke jedoch es wird eher weiter im Preis steigen, als auf 6 Dollar zurückzufallen. Die Inflation allein sollte langfristig schon dafür sorgen.

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Zum Schluss:

Die nächsten Ausgaben des natur-reich-Briefes werden sich nicht nur mit Weltpolitik und dem Geldsystem befassen. Es erschien mir allerdings zunächst wichtig darzulegen, dass Vermögensabsicherung vor einer Krise heute vielleicht zwingender denn je ist.

Wenn Sie eher wenige Ersparnisse haben, denken Sie einmal darüber nach ob es nicht sinnvoll sein könnte, ein klein wenig Silber oder Gold oder so was zu kaufen. In einer ordentlichen Münzhandlung sollte eine Unze Silber für unter 13 Euro zu bekommen sein. Wenn Sie nur ein bis zwei Unzen Silber haben, besitzen Sie bereits mehr Silber, als die meisten Menschen auf diesem Planeten jemals besitzen können oder besitzen werden.


Bis zur nächsten Ausgabe




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