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Ausgabe 7
 

vom 18.03.2007


Der natur-reich-Brief


"In der Natur gibt es keine Armut. Armut hat der Mensch erfunden."




Inhalt:

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1.     Zwei Arten die Welt zu verbessern
2.     Zitat des Tages
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1. Zwei Arten die Welt zu verbessern
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Werte Leser,

es gibt ein paar Möglichkeiten die Welt zu "verbessern". Zwei davon möchte ich heute hier vorstellen.


Die erste Möglichkeit ist die "Wir vernichten das Böse"-Methode. Man könnte sie auch "Mit Pauken und Trompeten" nennen.
Das kann dann so aussehen:

"Es war einmal ein großer Führer, der allen anderen Ländern der Welt Freiheit und Demokratie bringen wollte (behauptete er jedenfalls). Zusammen mit einem riesigen Stab hochstudierter Berater beschloss er, dass ganz besonders den Menschen im eh und je so arg gebeutelten und unglücklichem Nahen Osten geholfen werden musste.
Zu diesem Zweck ließ er Hunderttausend Soldaten aufmarschieren, um dort den oberbösen Herrscher und seine Unterstützer zu vernichten.
Was dann folgte können Sie sich sicher schon denken: Es gab einen Bombenhagel, einen Bodenkrieg, tote Bösewichte, tote Soldaten, tote Männer, tote Frauen, tote Kinder, tote Babys. Dazu kamen Verletzte und auf Lebenszeit gezeichnete, wie Beinamputierte, Menschen ohne Arme, psychisch zerstörte. Außerdem lag das halbe Land danach in Schutt und Asche. Es gab weder mehr Strom noch fließend Wasser. Die Menschen, die alles verloren hatten, ihre ganze Familie, begannen sich aus Not und Verzweiflung selbst in die Luft zu sprengen, woraufhin es noch mehr Menschen gab, die alles verloren hatten ..."

Soweit zur "Wir vernichten das Böse"-Methode. Vielleicht sei noch kurz gesagt, dass dies alles etwa eine Billion Dollar kostete. Dem Steuerzahler natürlich.  Naja, "was muss, das muss" eben.



Die zweite Möglichkeit, die Welt zu verbessern, sieht wie folgt aus.

Es ist die "ohne Worte"-Methode. Oder auch: "Stille"-Methode. (in Ermangelung eines besseren Ausdruckes. Die folgenden Zeilen übernahm ich aus dem kostenlosen Newsletter "Daily Observer". (www.daily-observer.de) Danke an dieser Stelle.)

"Jean Giono erzählt die Geschichte eines Mannes, der - aus keinerlei persönlichen Gründen - anfing Eichen im Süden Frankreichs zu pflanzen.
"Vor etwa vierzig Jahren machte ich eine lange Fußwanderung über die jeglichem Tourismus völlig unbekannten Höhen der sehr alten Alpen, die sich in die Provence hinein erstrecken. [...] Zu der Zeit, da ich meine große Wanderung in diesem Ödland unternahm, waren da karge und eintönige Heideflächen. Es wuchs nur der wilde Lavendel." Es gab dort wenige Bäume und noch weniger Menschen, in dieser verlassenen Gegend.
Doch ein einzelner Schäfer hatte eine Idee. Er fing an einen Beutel mit Eicheln und eine schwere Eisenstange mit sich herumzutragen. Und während er seine Schafe hütete, steckte er die Eisenstange in den Boden und warf eine Eichel in das Loch. Das tat er jahrzehntelang. Es gab kein Aufforstungsprogramm. Es gab keine Regierungszuschüsse. Es gab keine Parkkommission, keine Botaniker, keine Steuern, keine Gebühren. Es gab nur einen einzigen alten Schäfer im Alter von 55 Jahren. Mr. Giono traf ihn vor dem Ersten Weltkrieg. Sein Name war Elzeard Bouffier. Er hatte nur die Gesellschaft seiner Schafe und seines Hundes. Er hat nicht Landschaftswissenschaften studiert. Aber er konnte sehen, dass sich das Land seit seiner Jugend verändert hatte. Diese Gegend war reich an Gras, Bäumen, Tieren und Menschen gewesen. Man konnte es sehen, denn jeder, der je hier gelebt hatte, hatte in den Hügeln ein Steinhaus hinterlassen. Sie hatten wohl die Wiesen überweidet und das Land erschöpft. Schlimmer noch, sie hatten die Wälder gerodet, die einst hier wuchsen. Von den gewundenen Eichen, die einst Schatten spendeten und die Feuchtigkeit in der Erde hielten, waren nur wenige geblieben.

Bouffier hat niemanden um Erlaubnis gebeten. Er hat keine Themen oder Referenden zur Wahl gestellt. Er hat keine Kundgebungen gemacht und nicht bei Stadtversammlungen gesprochen. So weit ich weiß ist sein Name nie in der Zeitung genannt worden ehe er starb. Aber er arbeitete weiter an der Aufgabe, die er sich selbst gegeben hatte ... ohne Bezahlung, ohne Dank und ohne dass es jemandem aufgefallen wäre. Er pflanzte Tausende von Eichen, von denen viele anfangs eingingen. Und auch für den Rest war der Fortschritt so langsam, wie er bei Eichen ist. Doch nach und nach haben immer mehr Wurzeln geschlagen. Und jede davon bot mehr Schatten, mehr Feuchtigkeit, und ein gastlicheres Umfeld, in dem weiteres Leben Wurzeln schlagen konnte. Tiere kehrten zurück ... und dann die Jäger ... und die Wildwächter.

"Im Jahre 1933 bekam er  Besuch eines staunenden Forstaufsehers. Dieser Beamte gab ihm die Weisung, doch ja draußen kein Feuer zu machen, um das Gedeihen dieses natürlichen Waldes nicht zu gefährden", berichtet Giono, "Es sei nämlich das erste Mal - so sagte ihm der ahnungslose Mensch , dass man einen Wald ganz von selber hervorsprießen sehe." Zu dieser Zeit pflanzte Elzeard Bouffier Buchen, und zwar zwölf Kilometer von seinem Haus entfernt. Um sich das Hin und Hergehen zu ersparen - denn er war jetzt fünfundsiebzig Jahre alt -, fasste er den Plan, eine Steinhütte am Ort seiner Pflanzungen zu bauen, was er im folgenden Jahr auch ausführte. Die Rückkehr des "natürlichen Waldes" war für alle ein Wunder. 1935 kam eine Regierungsdelegation, um sich die Sache anzusehen. Sie wussten nicht, was sie davon zu halten hatten. Sie stellten es einfach unter den Schutz der Regierung. Bis dahin waren die Eichen schon sieben, acht Meter hoch. Die gesamten Hänge waren von Eichen bewachsen und der alte Mann arbeitete immer noch und pflanzte seinen heimlichen Wald.

"Ich dachte zurück an den Anblick dieser Gegend im Jahr 1913" schreibt Giono, "nur Wüste. Die friedliche und regelmäßige Arbeit, die frische Höhenluft, die Genügsamkeit und vor allem die Heiterkeit des Herzens hatten diesem Greis eine schier feierliche Gesundheit verliehen. Er war ein Streiter Gottes. Ich fragte mich, wie viele Hektar Land er wohl noch mit Bäumen bepflanzen werde."

1945 war ein weiterer Krieg vorbei. Bouffier war 87 Jahre alt und immer noch dabei. Er hatte den Zweiten Weltkrieg genauso zugebracht wie den ersten. Während Millionen bewaffneter Männer versuchten die Welt zu verbessern indem sie einander umbrachten, fuhr der gute Schäfer mit seiner Arbeit fort, seine Welt zu verbessern. Und dabei verbesserte er auch unsere.
"Im Jahre 1913 hatte dieser Weiler von zehn bis zwölf Häusern nur noch drei Einwohner gehabt. Die waren Halbwilde gewesen, die sich hassten, von der Jagd mit Fallen lebten, in ihrer physischen und moralischen Verfassung fast den Menschen der Vorgeschichte vergleichbar. Brennnesseln hatten die verlassenen Häuser umwuchert. Die Lebensbedingungen waren hoffnungslos gewesen. Für diese Menschen war es nur noch darum gegangen, auf den Tod zu warten - ein Zustand, der keineswegs die Tugenden begünstigt!"
"Das alles hatte sich verändert. Sogar die Luft. Statt der trockenen und heftigen Winde, die mich früher empfingen, wehte ein leichtes Lüftchen voller Wohlgerüche. Ein Murmeln, ähnlich dem des Wassers, kam von den Höhen: es war der Wind in den Wäldern. Und das Erstaunlichste: Ich hörte, wie Wasser in ein Becken plätscherte. Ich sah, man hatte einen Brunnen gebaut, der reichlich floss. Und, was mich am meisten rührte: Man hatte vor etwa vier Jahren daneben eine Linde gepflanzt; sie war schon recht stattlich. Das war ein untrügliches Symbol neuen Lebens. Wo ich 1913 Ruinen gesehen hatte, stehen jetzt saubere Bauernhäuser, die von einem glücklichen und angenehmen Leben zeugen.
Die alten Quellen, gespeist von den Regen und Schneefällen, die von den Wäldern festgehalten werden, sprudeln wieder. Man hat Wasserkanäle angelegt. In Ahornwäldchen gibt es neben jedem Haus einen Brunnen, der in einen Teppich von frischer Minze überfließt. Die Dörfer sind nach und nach wieder aufgebaut worden. Eine Bevölkerung ist aus der Ebene, wo das Land teuer geworden ist, heraufgekommen und hat sich hier niedergelassen und Jugend, Aufbruchstimmung und Unternehmungsgeist mitgebracht." "Man begegnet in den Gassen wohlgenährten Männern und Frauen, Jungen und Mädchen, die gern lachen und wieder Spaß haben an ländlichen Festen. Wenn man zu den Neusiedlern die alte Bevölkerung hinzu zählt, die, seit sie so gesund lebt, kaum wiederzuerkennen ist, so verdanken mehr als zehntausend Menschen ihr Glück Elzeard Bouffier."
"Wenn ich bedenke, dass ein einziger Mann, allein auf seine physischen und moralischen Kräfte gestellt, genügte, um aus der Wüste dieses Gelobte Land erstehen zu lassen, dann finde ich, trotz allem, das menschliche Dasein etwas Wunderbares. Und wenn ich ausrechne, wie viel Beständigkeit, Seelengröße, Eifer und Selbstlosigkeit nötig waren, um bis ans Ziel zu kommen, dann erfüllt mich eine unendliche Hochachtung vor dem alten Bauern ohne Bildung, der ein Werk zu schaffen wusste, das Gottes würdig ist."

"Elzeard Bouffier ist im Jahre 1947 friedlich gestorben im Altenheim von Banon."

R.I.P





2. Zitat des Tages
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"Irgend jemand sitzt heute im Schatten, weil jemand anderes vor langer Zeit einen Baum gepflanzt hat."

- Warren Buffett, Investmentlegende








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