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Ausgabe 17
 

vom 20.02.2008


Der natur-reich-Brief


"In der Natur gibt es keine Armut. Armut hat der Mensch erfunden."



Inhalt:

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1. Krisenstimmung!
2. Zitat des Tages
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1. Krisenstimmung!
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Liebe Leser,

sicher haben auch Sie von der Krise an den Finanzmärkten gehört, die ursprünglich nur eine US-Hypothekenkrise war. Nun, es hat doch ziemlich lange gedauert, bis dieses Thema richtig in den Mainstream-Medien gelandet ist. Nun ist es endlich soweit und jetzt schreien sie alle "Krise" und "oooh" und "ach!" und "au weia".

Seit über drei Jahren warnten intelligente Menschen wie Bill Bonner vor der Blase, die sich am US-Häusermarkt aufblähte, und eine Krise für die gesamte US-Wirtschaft werden könnte. Sie warnten 2005, 2006 und Anfang 2007. Aber wer wollte davon schon etwas hören?  Man glaubt doch lieber an die großen Lenker, wie Präsident Bush und Notenbak-Chef Ben Bernanke. Die redeten immer von einem robusten Wirtschaftswachstum und dass man den Markt beobachten werde und nötigenfalls alles tun werde. Also keine Panik.

Tja und nun haben sie den Salat. 2007 und 2008 sind über 100 kleinere und größere Hypothekenfinanzierer in den USA Pleite gegangen, weil die Eigenheimbesitzer ihre Hypothekenschulden nicht mehr zurückzahlen konnten, aufgrund von fallenden Hauspreisen, steigenden Zinsen und steigenden Lebenshaltungskosten. Infolgedessen wurden die ganzen Hypothekenpapiere, die die Banken untereinander handelten wertlos, bzw. keiner wollte sie mehr haben. Dies wiederum führte zu massiven Verlusten bei den Banken. Der ganze Sumpf aus diesen Schrott-Papieren zog und zieht sich über Großbritannien bis nach Deutschland, so bekam die Sachsen-LB massive Probleme und hatte auf einmal weit über 10 Milliarden Euro "verloren", die IKB ging quasi pleite, die Hypo-Real-Estate und viele andere bekamen, bekommen oder haben ernste Schwierigkeiten. Auch Großbanken mussten riesige Summen abschreiben, die schweizer UBS z.B. mehrere Dutzend Milliarden Franken.  Bereits 2007 ging die britische Bank Northern Rock pleite und konnte nur durch den Staat gerettet werden.

Gegen Ende letzten Jahres begannen nun die Banken sich gegenseitig nicht mehr zu trauen und liehen sich gegenseitig kein oder nur noch geringe Summen Geld. Da es nun zu massiven Liquiditätsengpässen bei vielen Banken kam, sprangen die Zentralbanken (EZB und FED) ein, und vergaben seither immer wieder Sonder-Kredite im Umfang von vielen hundert Milliarden (!!!) Euro bzw. Dollar, um den Banken zu helfen. 

Den vorläufigen Höhepunkt findet diese Krise nun in der quasi Pleite der fünft-größten US-Investmentbank Bear Stearns, die nur durch das Einschreiten der FED "gerettet" werden konnte.

Tja so schnell kann´s gehen bei einem Geldsystem, das nur auf Kredit basiert und wenn "Wert"-papiere gehandelt werden, deren "Wert" lediglich die Schuld anderer ist. Gemeint sind hier alle Papiere, die mit den Hypotheken der US-Haushalte in Zusammenhang stehen. Was die Banken als Wert ansahen, war lediglich die Schuld der US-Hausbesitzer (Hypotheken). Als diese nicht mehr zahlen konnten, und auch Zwangsvollstreckungen im einbrechenden Häusermarkt nicht viel brachten, verloren nun diese ganzen "Wert"-papiere ihren Wert. (Erkennen Sie den Humor? Ein Wertpapier, das wertlos ist).  Und da es sich bei dem US-Hypothekenmarkt um Summen von schon fast Billionen von Dollar handelte, war und ist die Krise jetzt enorm.

Aber wie gesagt, es wurde bereits 2005 gewarnt, 2006 noch bedeutend lauter. 

Und was macht nun US-Präsident Bush angesichts der vielleicht schlimmsten Krise seit 1929?  Er verkündete dieser Tage: "Unsere Wirtschaft ist stark, unser Bankensystem hat die Lage im Griff". Klingt ähnlich wie im Jahr 2004, 2005, 2006, da war die Welt für ihn auch in Ordnung.
Also immer weiter so!

Und nun wenden wir uns mal vom politischen Führer der USA ab und den deutschen zu. Was verkünden die noch heute? "Das Wirtschaftswachstum ist robust, alles im Griff, die Krise wird uns nicht erfassen."  Grüß Gott Herr Bush.

Na prima.

Ist ja auch kein Problem, natürlich hat man die Lage im Griff wenn man für alle finanziell angeschlagenen Banken den Steuerzahler heranzieht. Für die in Schieflage geratene Sachsen-LB gab das Land Sachsen Bürgschaften von fast drei (!) Milliarden Euro, wenn ich mich nicht täusche. Für die quasi pleite gegangene IKB gab es Milliardenbeträge von der staatlichen KfW. Alles vom Steuerzahler.
Schön wa?
Da bauen ein paar hochbezahlte Bankenmanager Mist, und wer hält den Kopf hin? Steuerzahler. Und die Politiker verteidigen ihre Handlungen.

Und ja, keine Panik, die Lage ist im Griff!  Der kleine Mann, von dem ist noch viel zu holen, der wird den Karren schon aus dem Dreck schieben! Ein paar Steuergelder mehr, was macht das schon. Die armen Banken können doch nichts dafür.

Und nun schauen wir mal, wie es bei den Geldinstituten aussieht, welche nicht durch den Staat gerettet wurden, sondern durch die Zentralbanken:
Die Zentralbanken injizieren diesen beinahe bankrotten (toten) Banken Milliardensummen direkt in die Venen, damit sie "high" bleiben. Was hier tatsächlich geschieht ist, dass Milliarden frisches Geld in den Wirtschaftskreislauf gepumpt wird, und solange dies so ist und das Geld nicht wieder verschwindet, wird das früher oder später in Preissteigerungen enden. Infaltion.
So, und nun raten Sie mal, wer diese Last der Inflation zu tragen hat? Na?
Richtig! Der kleine Mann. Wie immer. Fett schwimmt schließlich immer oben, egal wie viel Scheiße da gebaut wird.

Wissen Sie was?

Mich kotzt das ganze scheiß System nur noch an. 
Sie auch?
Na dann sind wir wenigstens nicht allein.

Und glauben Sie bitte nicht, das hat noch irgendwas mit Marktwirtschaft oder Kapitalismus zu tun. Das ist Zentralwirtschaft und Sozialismus, was hier abgeht. In einer freien Marktwirtschaft sollte ein Unternehmen das miserabel wirtschaftet und pleite geht dies auch tun. Es sollte pleite gehen!  Dafür kommen dann wieder neue kleine Unternehmen, die gut wirtschaften nach oben! Das hat etwas mit Fairness zu tun. 
Aber wie läuft es bei den Banken heute ab? Die werden von der Zentralbank und dem Staat gerettet, die Zeche dafür zahlt dann die Allgemeinheit. Dabei können die Bankenmanager und Verwalter grottenschlecht wirtschaften wie sie wollen. 



Das Grundübel dieser ganzen ewigen Misere an Aufschwung, Infaltion, Blasen, Crashs, Panik, Verlusten, Beschiss und Betrug ist die Gier des Menschen. Und daraus entstand das FIAT-Money-System, welches heute Geld aus dem Nichts erzeugt und unter die Leute bringt. Mal viel, mal weniger, wertloser Schund, Papiergeld, Digitalnullen und undendliche Schulden. Unendliche Schulden daher, weil das System auf Schuld basiert und unendlich ist.  
Geht eine große Bank pleite, weil sie schlecht gewirtschaftet hat, wird eben Geld erzeugt, aus Nichts (von der Zentralbank) und die in Schieflage gekommene Bank wird freigekauft. 
Bezahlen muss das dann der ehrliche, fleißige Sparer, dessen Ersparnisse durch die Inflation entwertet werden.

Die Schuldner und Mistbauer werden belohnt, die ehrlichen Sparer bestraft.

Top, nicht wahr?

"Weiter so, keine Panik, alles im Griff, " tönt es von ganz oben. 


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So, nachdem ich nun meinen ganzen Frust an Sie abgeladen habe (sehen Sie es mir nach, aber ich hab die Schnauze gerade eben wirklich mal voll),  möchte ich auch die positive Seite beleuchten, denn wo Panik und miese Stimmung ist, da gibt es auch immer Chancen und Möglichkeiten und Ausnahmen. Wenn man sich vom Mainstream und der ganzen Angst nicht anstecken lässt und einfach seinen eigenen Weg geht.

So ist in dieser Krise der Finanzmärkte, wo Aktienkurse fallen, Banken pleite gehen und Panik herrscht unser natur-reich-Musterdepot völlig verschont geblieben und sogar schön weiter gewachsen. Auch, weil wir jede Woche einen mikrigen Euro als Sparbetrag einzahlen, aber nicht nur deswegen. Auch die Maple-Leaf-Silbermünzen erwiesen sich in dieser Finanzkrise als genau richtig und konnten im Preis in den letzten Monaten etwas zulegen.  Bitte beachten Sie: Ich bin kein Anlageberater und gebe keine Empfehlungen oder Beratungen! Ich schreibe lediglich meine Meinung!

Sehen Sie, man muss keine Aktien oder Fonds haben, um finanziell etwas zu erreichen. Was man aber haben darf, ist Geduld und Ausdauer und was man nicht haben sollte sind Gier und Angst. 

Doch wie gewonnen so zerronnen, oder besser gesagt, zu früh gefreut. Denn gerade während ich diese Zeilen schreibe, sehe ich dass der Silberpreis massiv einbricht. Aber wissen Sie was? Ich sage jetzt auch einfach mal: "Keine Panik." Ich habe noch nie gesehen, wie aus einer Unze Silber oder Gold plötzlich eine halbe wird, geschweige denn wie sie sich auflösen. Ist mir egal was der Preis macht. Das Silber ist immer noch im Depot, es liegt da seelenruhig und bleibt da liegen. Ich lass die Preise ruhig zappeln, genau wie die Märkte. Hoch und runter immer munter. Die Münzen bleiben ruhig liegen.
Und die Panik an den Märkten hat natürlich auch Vorteile: Wenn Aktien- und Edelmetallpreise fallen, dann kann man irgendwann mal wieder zu günstigen Preisen nachkaufen. Aber das hat noch Zeit. Und wie gesagt, ich gebe keine Anlageempfehlungen, schreibe lediglich meine Meinung.

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Zum Schluss bleibt mir eins noch zu sagen: Wie bei allen Dingen, so sollte man natürlich auch die Banken nicht alle über einen Kamm scheren. Viele geben sich wirklich Mühe solide zu wirtschaften und aus diesem verrückten Geldsystem einfach das Beste für sich und ihre Kunden zu machen. Seien es nun kleine Stadtsparkassen, die Umweltbank, oder eine Vielzahl anderer Banken. 
So investiert die Umweltbank z.B. sämtliche Spareinlagen der Einleger ausschließlich in Umweltprojekte, wie Solaranlagen, energiesparendes Bauen und -Renovieren, usw.

Solche Banken sollten hoffentlich weit weniger oder sogar fast gar nicht von der aktuellen Finanzmarktkrise betroffen sein. Und ich hoffe, alle anderen solide wirtschaftenden Menschen und Firmen ebenso wenig. Denn wenn alle (sich) so (ver-)zocken würden und so gierig wären wie ein paar verrückte Großbanken, sähe es wirklich sehr düster aus.

 

Trotz allem wünsche ich Ihnen frohe Osterfeiertage, die schön und sonnig werden und alles andere als düster, auch wenn Wetterbericht und Nachrichtenlage was anderes sagen.


Ihr 

ronny f.

 

 

 

2. Zitate des Tages
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  "Aber da steckt noch mehr dahinter. Geld, ungehindert durch eine harte Währung, ist eines der wichtigsten Auslöser für unhaltbare Booms, die später Panik auslösen und in Zusammenbrüchen und in Depressionen enden. Sie lassen Narben in der Landschaft der Finanzgeschichte zurück. Gold war immer das, was solche Exzesse beherrschen konnte. Es war der Anker, der das Schiff im Hafen hielt. 

- Martin Denholm 

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"Ich sehe ungeheure Konglomerate an Stelle der vereinzelten Kapitalisten treten. Ich sehe die Börse dem Fluche verfallen, dem jetzt die Spielbanken verfallen sind." 

- Friedrich Wilhelm Nietzsche (1844 - 1900) 

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"... Ich frage das, weil es jüngst in den Nachrichten hieß, die Derivate hätten weltweit die Marke von 500 Billionen (Dollar) überschritten. Sie sind also, mit anderen Worten, auf dem halben Wege irgendwohin. Ich gehe davon aus, dass sie auf halbem Wege in die Hölle sind... aber ich weiß nicht, wie viele Nullen es in der Unterwelt gibt." ? 

- Bill Bonner

 

 

 



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