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Ausgabe 18
 

vom 26.04.2008


Der natur-reich-Brief


"In der Natur gibt es keine Armut. Armut hat der Mensch erfunden."



Inhalt:

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1. Vom fröhlichen und tragischem Leben (einer Fliege)
2. Die Moral von der Geschicht´
3. Zitat des Tages
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1. Vom fröhlichen und tragischem Leben (einer Fliege)
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Es war einmal eine fröhliche Fliege, die flog durch die Welt - und es war ihr das pure Glück durch die Welt zu fliegen. Sie konnte hinfliegen wo sie wollte, sie konnte ruckzuck ihre Richtung ändern, hoch, runter, rüber, schwirrrr - durch das Sonnenlicht. Es war herrlich. 

Manchmal, wenn sie richtig gut drauf war, flog sie zu einem schwitzenden Arbeiter und machte sich einen Spaß daraus, diesen zu ärgern. Manch einer kümmerte sich aber nicht um die Fliege, vielmehr beachtete er sie gar nicht - so etwas machte ihr natürlich weniger Spaß. In dem Fall flog sie immer schnell weiter zu einem anderen schwitzenden Menschen, und wenn dieser dann begann mit den Armen zu fuchteln, war es herrlich.  Das genoss sie, wenn ihr jemand derart Beachtung schenkte und mit ihr spielen wollte. Also blieb sie immer richtig lange bei so einem Menschen. Mit Abstand am meisten mochte die Fliege aber zweifellos diejenigen, die nicht nur mit den Armen fuchtelten, sondern ihr auch bald lauthals ihre Liebe und ihre Freude verkündeten. Das klang dann manchmal so: "Hau ab du elendes Scheißvieh!" Aber in der Fliegensprache klingt so etwas eher wie "Brrr, brrrsss summ summm brumm" - was übersetzt einfach bedeutet, dass die zwei sich blendend verstehen.

-Spaß beiseite-

Es war wirklich wunderbar überall herum zu fliegen. Und es gab auch überall etwas zu entdecken. Immer unterwegs war sie, die Fliege, und spähte in dunkle Gassen, hohle Bäume und etliche Zimmer.

Doch irgendwann ging es nicht mehr weiter. Naja, zumindest schien ihr das Leben mit einem mal irgendwie nicht mehr richtig zu sein. Sie flog zwar immer noch, und flog, immer Richtung Licht, der Freiheit entgegen wie sie es immer tat, aber - nun ja, es ging einfach nicht mehr vorwärts. Sie bemühte sich, sie versuchte Höllentempo zu fliegen, aber - nichts. Sie machte Pause, krabbelte ein wenig herum und begann von Neuem. "Ich muss hier weiter, es wird schon gehen", sagte sich die Fliege und brrrss, summ summ summ summ - denkste.  (Die Fliege war an einer Glasscheibe angekommen, von innen!  Doch im Universum einer Fliege gibt es so etwas wie Glas nicht.)

Sie gelangte zu der Überzeugung, dass anscheinend ihr Leben eben nun so sei und sie halt nicht mehr herumfliegen könne wie früher, ihr Leben also ab jetzt völlig trostlos weitergehen würde - für immer!  Naja, was heißt für immer, sie konnte das Licht noch sehen, das, wo sie hin wollte (hinaus), also hatte sie noch Hoffnung. Nur der neue Fliegenalltag sah für sie eben so aus, dass sie nicht wirklich weiterkam. 

Ganz unerwartet war da plötzlich eine Hand und ging die Fliege von der Seite an. 
"Oh weia, jetzt ist es aus! Lass mich in Ruhe! Ich will nicht, nein, NEEIIIIN!", dachte die Fliege, "Nein, nein! Du Hand des Schicksals, bitte nicht! Hau ab, lass mich in Frieden."

Tja, diese "Hand des Schicksals" gehörte einem liebevollen Menschen, (Claudia) der die Not der Fliege erkannte und sie nach draußen drängen wollte, zum Fenster nebenan, welches weit offen stand!

"Ok, dann eben nicht", sagte Claudia und gab auf, weil sie erkannte, dass die Fliege viel zu hartnäckig in ihrer Verteidigung und unwillig war, um sich helfen zu lassen.
So war die Fliege froh, dass die Hand wieder verschwand, und sie wieder ihre Ruhe hatte. Doch schon bald fühlte sie sich wieder in ihrer misslichen Lage: Irgendwie "nicht richtig". Die Glasscheibe erkannte sie noch immer nicht, wie auch, es war eben eine unsichtbare Wand - nicht existent im "Universum" einer Fliege

Claudia kam wieder, ihr ging die arme Fliege nicht aus dem Kopf, diesmal hatte sie eine Zeitung mitgebracht, um die Fliege großflächig hinüber zum anderen Fenster zu schieben. Aber es änderte nichts, die Fliege bekam Panik, glaubte, dass das Schicksal ihr das Leben zerstören würde, und nach einigem hin und her hatte sie wiederum gewonnen und Claudia gab endgültig auf.


Ende.

 

Wie die Geschichte ausging?
Nun, das bleibt jedem selbst überlassen. Tatsächlich ist sie genau hier zu Ende, denn es wurde das erzählt, was wichtig ist. Siehe Thema zwei.

 

 

2. Die Moral von der Geschicht´ 
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Ich habe in meinem Leben viele Schmetterlinge, einige Fliegen und auch Wespen von ihrer Glasscheibe hinweg geholt und ins Freie geleitet. Jede(r) einzelne hat Widerstand geleistet, hatte Angst ich würde ihm Leid antun. Ich habe mir nie großartig etwas dabei gedacht.

Doch irgendwann (wieder beim Versuch, einem dieser kleinen Wesen behilflich zu sein) fragte ich mich: "Sind denn nur die Insekten so dumm und begreifen nicht, dass sie gegen eine unsichtbare Wand rennen?"
Und plötzlich machte es "ping" - der Groschen war gefallen. Mir ging sozusagen ein Licht auf. Denn da war eine Antwort auf diese Frage, obwohl ich sie eher ein wenig beiläufig gestellt hatte: 
"Nein, nicht nur die Insekten sind so 'dumm'. Denn genau so, wie es der Fliege ergeht, ergeht es euch Menschen auch oft."


Im Universum einer Fliege gibt es kein Glas, sie kann diese Wand nicht sehen, weder mit den Augen, noch mit dem Verstand. Sie ist für sie nicht existent, es gibt sie nicht. Genau so können auch wir Menschen unsere unsichtbaren Wände nicht sehen und halten sie für nicht existent. Vermutlich ist sogar jeder von uns schon einmal an einem solchen Punkt angelangt, wo es nicht mehr weiterging, einer ausweglosen Situation. Wer dies noch nicht war, wird es vielleicht irgendwann einmal.

In dieser Situation müssen für die Fliege sowohl Claudias Hand als auch die Zeitung, mit der sie später anrückte, wie eine höhere Macht gewirkt haben. Eine Macht, die der Fliege böse mitspielen will: Das Schicksal zum Beispiel.

Nur konnte die Fliege eben nicht erkennen, warum das Schicksal ausgerechnet jetzt auf sie traf, ja sie regelrecht heimsuchte. Nun, warum war dies so? Es war, weil die Fliege von ihrem rechten Weg abgekommen ist, sich eingesperrt hatte, nicht mehr weiter kam. Nur darum tauchte Claudia auf und wollte der Fliege "etwas antun".
Doch wie erklärt man das einer Fliege, die nicht versteht, dass es so etwas wie Glas gibt?


Vielleicht täten auch wir Menschen gut daran, ein wenig mehr Vertrauen in das Schicksal zu investieren. Und wenn es uns immer wieder vom Weg abbringen will, dann könnte man einmal die Frage stellen: Liegt es vielleicht einfach daran, dass wir in einer ausweglosen Situation sind? Gegen eine unsichtbare Wand laufen? Oder wir vom für uns bestimmten rechten Weg abgekommen sind?

 

 


Bis zur nächsten Ausgabe,

Ihr 

ronny f.

 

 

 

3. Zitat des Tages
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"Den Willigen führt das Schicksal, den Unwilligen zerrt es. "

- Seneca, Briefe an Lucilius

 

 

 

 

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Herausgeber:
Ronny Franz
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08539 Mehltheuer
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